Warum Stress dick macht

Unter Stress verändern 80 Prozent der Leute das Essverhalten. Während viele von uns nach tragischen Ereignissen oder bei Liebeskummer nichts runter bringen, ist es bei Stress genau umgekehrt: Wir essen mehr. Forscher fanden die Gründe dafür in erster Linie im Gehirn, dort entstehen die Signale für den Hunger.

Forscher behaupten, dass übergewichtige Menschen ein größeres Belohnungssystem im Gehirn haben, als schlanke Menschen. So reagieren Übergewichtige bei einer emotionalen Belastung so, als ob sie Hunger hätten. Um sich zu beruhigen, greifen sie gezielt zu Süßigkeiten und Snacks, um den seelischen Ausnahmezustand zu beenden. Das Problematische dabei ist, dass man seinen Körper leicht daran gewöhnen kann, das Essen als Katalysator einzusetzen, um sich wohlzufühlen. Damit wird das Essverhalten programmiert und man hat dann bei Stresssituationen keinen anderen Handelsspielraum mehr, um sich zu beruhigen.

Außerdem entdeckten die Forscher, dass die Hirn-Areale bei Übergewichtigen, in denen die Selbstkontrolle gesteuert wird, kleiner sind.

Was erschwerend dazukommt ist, dass wir unser Gehirn ständig Essens-Reizen aussetzen und es damit komplett überfordern. Einerseits ist das Essen immer und überall verfügbar und da greift man schon schnell mal hin, auch wenn man keinen Hunger hat. Andererseits tanzen auch in der Werbung oder in zahlreichen Kochshows im Fernsehen leckere Speisen und Snacks vor unseren Augen herum.

Das Ganze wird zum Paradoxum, da man rein physiologisch gesehen den Stress gar nicht mit Essen abbauen kann. Denn Mahlzeiten, die reich an Kohlhydrate sind, lassen den Spiegel der Stresshormone im Blut sogar steigen. Trotzdem fühlen sich viele nach einer Tafel Schokolade oder nach einer Pizza entspannter, was wahrscheinlich mit dem Hormon Serotonin, dem Glückshormon schlechthin, zusammenhängt. Denn dessen Produktion wird durch den Schub an Kohlehydrate angekurbelt.

Wer dauernd unter Strom steht, braucht dennoch genügend Nahrung, denn der Körper braucht dann viele antioxidative Vitamine und mehr Magnesium. Obst und Gemüse wären für Stress also eine deutlich bessere Alternative.

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